Maritim Kulturerbe und Architektur in der Welt entlang der dänischen Riviera

Wie Perlen an einer Schnur liegen die historischen Fischerhäfen entlang der dänischen Riviera in Nordseeland. Und in Helsingør, das als eine der schönsten Handelsstädte Dänemarks gilt, erhalten Besucher zusätzlich einen urbanen Kick mit jeder Menge Stadtleben und einem ”Kulturhafen” rund um das Museum für Seefahrt, die Kulturwerft, Schloss Kronborg und den Hafen Helsingør.

Die historischen Stätten mit Erinnerungen an die Industriekultur mischen sich mit avantgardistischer Architektur. Und die alten Werftarbeiter, Seeleute und Fischer sitzen am Hafen Seite an Seite mit Studierenden, Architekturreisenden und Familien.

Der Hafen von Helsingør bildet heute den Rahmen für Museen, Festivals, Konzerte und Citylife – Ausgangspunkt ist dabei immer das Maritime. Im Zentrum steht der Kulturhafen (dän. Kulturhavn), wo die früheren Werftgebäude heute die Kulturwerft beherbergen, die mit internationalen Kooperationen einen Schwerpunkt auf Kreativität und digitale Technologien setzt. Hier befindet sich auch das Werftmuseum. Es erinnert an die Zeit, als hier noch die Werftsirene erklang. Am Kai liegen historische Schiffe, die von Ehrenamtlichen instand gehalten werden, die einst auf der Schiffswerft gearbeitet haben. Das frühere Trockendock wurde umgebaut zum international renommierten M/S Museum für Seefahrt. Der Entwurf dafür stammt vom dänischen Stararchitekten Bjarke Ingels.

Der Hafen von Helsingør ist ein Kulturhafen, aber gleichzeitig ein aktiver Fähr- und Transporthafen, der daran erinnert, dass wir auch heute noch von Meer und Häfen abhängig sind. Der Hafen ist ferner ein Beispiel dafür, dass man hier – wie andernorts in Dänemark auch – die Industriekultur pflegt, indem man das Bestehende schützt und weiterentwickelt. Wie beispielsweise im Fall des Trockendocks, das zu einem maritimen Museum um- und ausgebaut wurde. Die Ästhetik der Industriekultur und die maritime Geschichte ganz Dänemarks wird hier gebündelt und zugänglich gemacht.

Ein Gang durch die Altstadt von Helsingør ist geprägt von hübschen Fachwerkhäusern aus dem 15. Jahrhundert, erbaut von holländischen Kaufleute, die sich hier mit ihren Familien angesiedelt hatten. Das alte Karmeliterkloster, die Kirche Sankt Mariæ, in der Buxtehude Organist war, und nicht zuletzt Schloss Kronborg erinnern an Helsingørs große Zeit und seine Verbindung zur Seefahrt.

Heute haben Kultur und Festivals den Hafen und die engen Gassen für sich erobert. Der Sundtoldsmarkedet (dt. Sundzollmarkt) verwandelt im August den Hafen in einen einzigen großen maritimen Markt, auf dem Stände und Aufführungen Geschichte und Geschichten über den gewinnträchtigen Sundzoll erzählen, der bis ins 19. Jahrhundert erhoben wurde. Beim Knejpefestivalen bilden alljährlich Anfang Oktober Helsingørs zahlreiche Hafenkneipen die Kulisse für ein Musikfestival mit Musikern aus der ganzen Welt.

Ganzjährig geöffnet hat der Skibsklarergården aus dem 19. Jahrhundert, in dem der international bekannte Tattookünstler Royal Tattoo Kunden aus der ganzen Welt mi seinen typischen maritimen Tätowierungen begeistert. Das Werftmuseum beleuchtet die Geschichte der Helsingør Værft, auf von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Schließung 1983 einige der schönsten Schiffe des Landes gebaut wurden. Die Werft war rund 100 Jahre lang der größte Arbeitgeber in Helsingør. Ihr Arbeitsrhythmus bestimmte den Puls der Stadt. Heute ist Helsginørs Pulsschlag ein anderer, bestimmt wird er aber immer noch vom Maritimen.

Das M/S Museum für Seefahrt in Helsingør ist eines der meist gelobten Museen der vergangenen Jahre. Seine modernen Ausstellungen und das ikonische, unterirdische Gebäude vom dänischen Stararchitekten BiG (Bjarke Ingels Group). Bei seiner Eröffnung 2013 hat das Haus weltweit Anerkennung erhalten. Die New York Times etwa nannte das Museum ’A cutting-edge cultural venue’ und die englische BBC kürte es zu ’One of the eight greatest new museums.’

Das unterirdische Museum erstreckt sich rund um das frühere Trockendock, das bis 1983 von der damals geschlossenen Helsingør Værft für den Schiffbau genutzt wurde. Das M/S Museum für Seefahrt ist ein Paradebeispiel dafür, wie man die raue Ästhetik der Industriekultur mit zeitgenössischen Elementen nutzen und entwickeln kann.

Im Innern des Museums warten interaktive Installationen, Filmvorführungen und Spiele, die Besucher Seefahrt hautnah spüren lassen – ganz gleich, ob Erwachsene(r) oder Kind, Schiffskapitän oder Landratte. Museumsgäste könnten die martime Welt sehen, hören und aktiv erleben. Spielerisch erfährt man, wie die Seefahrt die Welt verknüpft hat – von der großen Handelszeit im 18. Jahrhundert bis zur globalen Gesellschaft von heute, wo 90 Prozent aller Waren auf See verschifft werden, ehe sie in unseren Einkaufskörben landen.

 

 

 

 

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